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Bundesregierung: Aufbau des Digitalfunks weit vorangeschritten

Der Aufbau und die Inbetriebnahme des Digitalfunks der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Digitalfunk BOS) sind weit vorangeschritten. Derzeit seien bundesweit mehr als 68 Prozent der Basisstationen des installiert und mehr als 45 Prozent in das Netz integriert, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort (17/10066 [1]) auf eine Kleine Anfrage (17/9877 [2]) der Fraktion Die Linke. Die Teilnehmerzahl nehme monatlich weiter zu, Ende Mai 2012 habe sie bei 182.920 gelegen.

Funktionsfähig und verfügbar sei der Digitalfunk BOS derzeit beispielsweise in den Städten Berlin, Hamburg, Bremen, Leipzig und München, schreibt die Bundesregierung weiter. Seit November 2011 nehme Mecklenburg-Vorpommern als erstes Flächenland am Netzbetrieb teil. Im April 2012 seien der Köln-Bonner-Raum und weite Teile Sachsen-Anhalts in den erweiterten Probebetrieb eingetreten. Die dortigen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben hätten nun die Möglichkeit, von der Leistungsfähigkeit des Digitalfunks in ihrem täglichen Einsatz zu profitieren, betont die Regierung. Weiter schreibt sie, bei einigen Objekten würden zusätzliche technische Maßnahmen durch Gebäudefunkanlagen erforderlich sein, um eine ausreichende Versorgung im Inneren zu erreichen. Die Gewährleistung einer umfassenden Funkversorgung von Gebäuden und Bauwerken obliege aus vielfältigen Gründen den jeweiligen Betreibern der Objekte.

Gemäß den Anforderungen der BOS solle mit dem BOS-Digitalfunknetz eine sichere, hochverfügbare Sprachkommunikation und daneben eine schmalbandige Datenkommunikation ermöglicht werden, heißt es in der Antwort weiter. Eine hohe Datenübertragungskapazität sei derzeit keine Anforderung der BOS an das BOS-Digitalfunknetz. So sei die nach dem TETRA-Standard derzeit mögliche Datenübertragungsrate zwar geringer als im kommerziellen Mobilfunk, sie erfülle jedoch die vom BOS für den Digitalfunk BOS definierten operativ-taktische Anforderungen „in vollem Maß“, betont die Bundesregierung. So ermögliche sie beispielsweise die Alarmierung von Einsatzkräften der Feuerwehren, die Fahrzeughalterabfrage bei einer zentralen Datenbank oder die Übertragung von Fingerabdrücken. Grundsätzliche Forderung an die Infrastruktur sei es, die Energieversorgung des Digitalfunks BOS zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen.

Hintergrund

Bund und Länder wollen gemeinsam ein bundesweit einheitliches, digitales Sprech- und Datenfunksystem für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben einführen, den sog. BOS-Digitalfunk. Dabei handelt es sich um das derzeit größte technische Modernisierungsprojekt in Deutschland. Die Koordination des Aufbaus wird zentral von der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) koordiniert. Im Endausbau wird das BOS-Digitalfunknetz aus mindestens 3500 Basisstationen, 65 Vermittlungsstellen und zwei Netzverwaltungszentren bestehen. Mit rund 500.000 Nutzern wird es sich dann um das weltweit größte Funknetz dieser Art handeln.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Internetseite der BDBOS unter www.bdbos.bund.de [3].

Quelle: Deutscher Bundestag, Parlamentskorrespondenz

dvnwlogoThema im Deutschen Vergabenetzwerk (DVNW) diskutieren [4].

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