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Schwarzarbeit am Bau besser bekämpfen

Schwarzarbeit am Bau muss wirksam bekämpft werden. Das fordert die regionale Bauwirtschaft anlässlich der anstehenden Abgeordnetenhauswahl von den Vertretern aller politischen Parteien in Berlin. Konkret sollen Vergaberegeln umgesetzt sowie unseriöse Bieter konsequent von öffentlichen Vergabeverfahren ausgeschlossen werden.

Außerdem wird die öffentliche Hand aufgefordert, bei ihren Auftragsvergaben konsequent die qualifizierte Sozialkassenbescheinigung einzufordern sowie regelmäßig zu überprüfen, ob der Bieter einen Eintrag im Weißbuch Bau hat. Derweil ist die Branche mit eigenen Initiativen wie dem vor einem Jahr eingeführten Weißbuch Bau erfolgreich.

Reinhold Dellmann, Hauptgeschäftsführer der Fachgemeinschaft Bau, erklärt: „Mit dem Weißbuch Bau haben wir ein bundesweit einzigartiges Modellprojekt auf die Beine gestellt und den Kampf gegen Schwarzarbeit am Bau intensiviert: Der Weißbuch-Eintrag einer Firma gibt Auftraggebern Informationen zu Leistungsfähigkeit und fachlicher Qualifikation eines Bieters. Betriebe, die hier gelistet sind, werden von der Sozialkasse des Berliner Baugewerbes aufgrund ihres Melde- und Zahlungsverhaltens als einwandfrei eingestuft. Sie verfügen zudem über eine Facharbeiterquote von über 50 Prozent. Wird dieses Instrument konsequent vom öffentlichen Auftraggeber genutzt, versprechen wir uns eine wirksame Eindämmung von Schwarzarbeit, deren Volumen sich derzeit auf rund 12,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes beläuft.“

Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Berlin-Brandenburg,  ergänzt: „Aktuell haben 182 Firmen einen Eintrag im Weißbuch Bau. Davon stammen 160 Firmen aus Berlin, 18 aus Brandenburg und vier Firmen aus den übrigen Bundesländern. Es zeigt sich, dass das Modell auch über Berlins Ländergrenzen hinaus attraktiv ist. Mit einem Eintrag im Weißbuch Bau präsentieren sich Baufirmen öffentlich als leistungsfähiger Betrieb gegenüber potentiellen Auftraggebern. Ein Großteil der Weißbuch-Betriebe ist in einem Bauverband organisiert. Das zeigt uns, dass wir als Branchenvertreter eine Vorreiterrolle einnehmen. Dies ist ein gutes Signal auch an andere Branchen, sich im Kampf gegen Schattenwirtschaft und unlauteren Wettbewerb stark zu machen.“

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Mit ihren rund 900 Mitgliedern ist sie der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region.

Quelle: Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.

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