Vergabeblog

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Politik und Markt

Metropolregion Rhein-Neckar will eVergabe einführen

@Da die elektronische Vergabe öffentlicher Aufträge (eVergabe) zu erheblichen Kosten- und Zeitersparnissen sowie durch entsprechend intelligente Workflow-Managementsysteme zu einer deutlichen Vereinfachung der Verfahrens führt, wird mit dem Projekt „Wirtschaft trifft Verwaltung“ der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) GmbH der Aufbau einer neuen regionalen eVergabeplattform vorangetrieben.

In der MRN gibt es bereits seit 2005 mit http://www.auftragsboerse.de eine kostenlose regionale Bekanntmachungsplattform, auf der sich Unternehmen einen Überblick über öffentlichen Ausschreibungen der Region verschaffen können. Die Zahl der Nutzer wie auch der ausgeschriebenen Aufträge hat sich dabei kontinuierlich gesteigert. Angesichts der positiven Resonanz hat der Ausschuss für Regionalentwicklung und Regionalmanagement den Verband Region Rhein-Neckar beauftragt, einen Rahmenvertrag für die Einführung einer einheitlichen elektronischen Vergabelösung in der MRN auszuschreiben.

„Neben der Einsparung von manuellem Aufwand und Kosten liegt der Vorteil für alle Unternehmen in der größeren Transparenz des öffentlichen Auftragswesens und den für sie flächendeckend, zeitgleich verfügbaren, einheitlichen Vergabeinformationen aus der Region. Die Kooperation unter den Kommunen erfährt damit eine neue Qualität und schafft gerade für kleine und mittelständische Unternehmen zusätzliche Marktchancen“, so der neue Schirmherr für eGovernment in der MRN, Christian Specht, Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim.

Im Rahmen einer Interessensbekundung wurden dabei Anfang 2008 alle Kommunen in der MRN, die öffentliche Aufträge vergeben, angeschrieben. Das Ergebnis: Von 156 Kommunen haben bereits 53 erklärt, sich am Aufbau der regionalen Vergabeplattform beteiligen zu wollen. Dass es sich hierbei nicht nur um Stadt- und Landkreise handelt, sondern auch um viele kleinere Städte und Gemeinden, ist für Dr. Christine Brockmann, Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, die das Projekt leitet, besonders erfreulich. „Rechnet man die Anzahl der Ausschreibungen der interessierten Kommunen zusammen, dann werden wir mit der regionalen Vergabeplattform weitaus mehr als die Hälfte des Vergabevolumens in der MRN erfassen“, so Brockmann.

Gerade kleinere Kommunen, die nur wenige öffentliche Aufträge vergeben, sind sich aber noch unsicher, ob sich für sie die Nutzung der eVergabe rechnet. Deshalb gibt es unter diesen viele Interessenten – bisher 36 Kommunen – für das Modell einer sog. Vergabeunterstützungsstelle. Hierbei handelt es sich um eine Servicestelle, die zum Beispiel auf Kreisebene eingerichtet werden könnte und für die Kommunen die Vergabeverfahren rechtskonform und unter Rückgriff auf die regionale Vergabeplattform durchführen würde.

Über Marco Junk

RA Marco Junk gründete im Jahr 2007 den Vergabeblog, das heute meist gelesene Medium zu Vergaberecht und -Praxis, und 2010 gemeinsam mit Dipl.-Betriebsw. Martin Mündlein das Deutsche Vergabenetzwerk (DVNW). Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer, danach bis 2011 Bereichsleiter Vergaberecht beim Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) und leitete im Jahr 2011 die Online-Redaktion des Verlags C.H. Beck. Von 2012 bis 10/2014 war er Mitglied der Geschäftsleitung des BITKOM. Bis 11/2021 war Marco Junk auch Geschäftsführer des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. Seit 12/2021 ist Herr Junk Leiter Regierungsbeziehungen für das IT-Dienstleistungsunternehmen Atos. Seine Beiträge geben ausschließlich seine persönliche Meinung wieder.

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