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VDI: Neues Konzept für frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bei Großprojekten

Die Planung und Genehmigung öffentlich relevanter Industrie- oder Infrastrukturprojekte steht in Deutschland immer wieder vor erheblichen Akzeptanzproblemen. Die neue Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), die VDI 7000, unterstützt private und öffentliche Vorhabenträger dabei, das nötige Vertrauen aufzubauen und spätere rechtliche Konflikte zu vermeiden. Sie empfiehlt aus der Analyse erfolgreich durchgeführter Großprojekte heraus, im Vorfeld der gesetzlichen Genehmigungsverfahren mit Bürgern und zivilgesellschaftlichen Gruppen nach einer tragfähigen Antragsvariante zu suchen.

Die wirtschaftlichen Schäden von Verzögerungen oder Baustopps zwingen die Vorhabenträger nach neuen Strategien zu suchen. Die VDI 7000 bietet jetzt ein ganzheitliches Konzept und macht praktikable Umsetzungsvorschläge. Die Richtlinie empfiehlt aus der Analyse erfolgreich durchgeführter Großprojekte heraus, im Vorfeld der gesetzlichen Genehmigungsverfahren mit Bürgern und zivilgesellschaftlichen Gruppen nach einer tragfähigen Antragsvariante zu suchen. Ein strukturierter Dialogprozess schafft Transparenz und Vertrauen, ohne die rechtliche Verantwortung der Genehmigungsbehörden zu verwischen. Die VDI 7000 ist als Management-Leitfaden mit vielen Tipps und Tools aufgebaut, um die praktische Umsetzung effektiv und effizient zu machen.

Die Richtlinie richtet sich vorrangig an private und öffentliche Vorhabenträger, ist aber für Behörden, zivilgesellschaftliche Gruppen, Verbände, Ingenieurbüros, Gutachter, Kanzleien, Kommunikationsagenturen und Prozessgestalter ebenso relevant. Der VDI veranstaltet am 23. Januar 2014 in Berlin ein Expertenforum zur Diskussion des Richtlinienentwurfs. Informationen zur Richtlinie sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.vdi.de/7000.Deutsches VergabenetzwerkDie Richtlinie VDI 7000 „Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung bei Industrie- und Infrastrukturprojekten“ ist ab sofort als Entwurf zum Preis von EUR 105,80 beim Beuth Verlag (Telefon +49 30 2601-2260) erhältlich. Die Einspruchsfrist endet am 31.03.2014. Einsprüche sind möglich unter www.vdi.de/einspruchsportal.

Über den VDI

Der VDI Verein Deutscher Ingenieure unterstützt, fördert und vertritt die Ingenieure seit über 150 Jahren. Mehr als 12.000 ehrenamtliche Experten bearbeiten jedes Jahr neueste Erkenntnisse zur Förderung unseres Technikstandorts. Mit über 150.000 Mitgliedern ist der VDI die größte Ingenieurvereinigung Deutschlands.

Quelle: VDI

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3 Kommentare

  1. Holden

    Zum Thema Infrastrukturprojekte machen wir im VDI sehr viel. Es gibt zum einen noch eine weitere Richtlinien zum Thema Kommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung bei Planung und Bau von Infrastrukturprojekten; Standards für die Leistungsphasen der Ingenieure“ (www.vdi.de/7001). Zum anderen haben wir das Thema auch mit externen Experten bearbeitet, so zum Beispiel mit dem Chef-Planer von Olympia 2012, Klaus Grewe: http://blog.vdi.de/2013/03/klaus-grewe-uber-offizielle-und-private-grosprojekte/.

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  2. Bartsch

    Hallo @Holden,
    ich verstehe dann allerdings nicht, warum Sie im VDI den Entwurf(!), zu dem offensichtlich „Community-Input“ erhofft wird, kostenpflichtig machen.

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  3. Eva Holden

    Hallo @Bartsch,
    dass die Entwürfe der Richtlinien kostenpflichtig sind liegt daran, dass schon für die Erstellung des Entwurfs Kosten anfallen. Da wir als VDI ein eingetragener Verein (e.V.) sind und keine Gewinne machen, refinanzieren wir diese Kosten über den Verkauf der Richtlinien-Entwürfe. Es besteht jedoch die Möglichkeit, an öffentliche Auslegestellen kostenlosen Einsichtnahme in VDI-Richtlinien zu nehmen. Eine Übersicht der Auslegestellen finden Sie unter http://www.vdi.de/technik/richtlinien/mapapp/.

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