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Politik und MarktSicherheit & Verteidigung

Das Letzte: Vergaberecht Schuld an Versorgungsengpass der Bundeswehr?

„Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt und der Bundeswehr geht das Essen aus“, könnte man in Anlehnung ein eine bekannte Kinderbuchgeschichte formulieren. Wie das Versorgungsamt der Bundeswehr bestätigt hat, ist aktuell der Vorrat der Truppe an sog. EPa-Fertiggerichten unter ein kritisches Mindestmaß gesunken. Welcher frühere Wehrdienstleistende kennt sie nicht, die so genannten „Einmannpackungen“ (= Verpflegung für einen Mann pro Tag, kurz: EPa) mit Fertiggerichten, Gewürzen und noch einigen Annehmlichkeiten, die man im “Feldeinsatz” durchaus zu schätzen wusste. Okay, wer wie der Autor in den 1990er Jahren seinen Wehrdienst leistete, traute manchmal seinen Augen kaum, wenn er im Kampfstand oder günstigerenfalls am Lagerfeuer  sein abendliches EPa öffnete und ein Herstellungsdatum aus den späten Siebzigern fand. Andererseits, das Zeug war (viel länger als die vorgesehenen 3 Jahre) haltbar  und schmeckte immerhin besser als eine rohe Kartoffel, die auch mal als Mahlzeit herhalten musste. Zudem gab es mehrere Varianten und Geschmacksrichtungen, ich erinnere u.a. Erbsensuppe (oder vielmehr -brei), ein Nudelgericht und irgendein undefinierbares Reis-Hackfleisch-Gemisch (Cevapcici?). Außerdem fanden für die Essenszubereitung unentbehrliche Zutaten wie Pfeffer & Salz, Brausepulver, Streichhölzer, Wasserreinigungstabletten, Hartkekse (mit schlimmen Nebenwirkungen) sowie ein Kaffeesurrogat-Extrakt den Weg in die Packung. Ein einziges EPa bewahre ich bis heute auf als Erinnerung – und für den Fall.

Engpass bei EPas

Und das war eine weise Entscheidung, denn nun drohen die (un)beliebten “Care-Pakete” der BW knapp zu werden. Wie welt.de unter Berufung auf den Bundeswehrblog „augengeradeaus.net“ berichtet, ist die „Long-Food“ Kampfverpflegung der Soldaten derzeit Mangelware, wie das zuständige Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) bestätigte: „Die EPa-Bestände liegen unter dem sogenannten Sicherheitsbestand.“

Vergaberecht ist Schuld?

Die Ursache für den Engpass liege darin begründet, dass es sich nicht um „handelsübliche Produkte“ handle und es nur mit einer begrenzten Anzahl von Anbietern Kooperationen gebe. Das Herstellungs- und Prüfverfahren sei zudem aufwendig  und europaweite Ausschreibungen brauchten nun mal  ihre Zeit. Langfristige Verträge sollen künftig Engpässe verhindern helfen.

„Geschmack ist immer drin, wir reden von sicheren Lebensmitteln“, heißt es in einem Video der Bundeswehr:

Versorgung ist gesichert

Zwar könnten aktuell alle Einsätze vorsorgt werden, auch  unverzichtbare Ausbildungsvorhaben (früher: Grundausbildug/ Wehrdienst) würden auch unterstützt. Es wird indes eingeräumt, dass derzeit nicht alle Anforderungen der verschiedenen Verbände gleichrangig bedient werden könnten. So weiß augengeradeaus.net“ von einem Bataillon, welches Einmannpackungen für einen Übungsplatzaufenthalt angefordert und statt dessen ein Mangelwaren-Schreiben der Behörde bekommen hatte.

Nach Informationen der Welt geht aus Bundeswehr-Unterlagen hervor, dass am Hauptsitz des Verpflegungsamtes der Bundeswehr in Oldenburg jährlich 300.000 Einmannpackungen produziert werden. In einem Außenlager würden zudem  jährlich zusätzlich 30.000 „EPa leicht“ hergestellt. Bei welchem Vorratsniveau der Sicherheitsbestand ausgelöst wird, wollte die Bundeswehr nicht mitteilen. Das sei „als Verschlusssache eingestuft“.

Quellen: Welt.de | augengeradeaus.net

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