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Bundeswehr: Eurofighter für 5,5 Mrd. EUR

Unter dem Titel: „Haushaltsausschuss genehmigt Kauf neuer Eurofighter“ berichtet Der Spiegel, über die Absicht des Bundesverteidigungsministerium (BMVg), 38 neue Eurofighter zu kaufen. 5,5 Milliarden Euro hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in seiner Sitzung am 5. November dafür freigegeben.

Das BMVg hat hierzu veröffentlicht:

Geplant ist, neben den Jets auch Ersatzteile sowie Bodendienst-Prüfgerät und Sonderwerkzeug (BPS) anzuschaffen. Damit sollen die Verfügbarkeit von Ersatzteilen gestärkt und die Einsatzbereitschaft der Maschinen erhöht werden. Vorgesehen ist, die neuen Jets von 2025 an auszuliefern. Das letzte Flugzeug dieser Tranche soll die Luftwaffe 2030 bekommen.

Erste Eurofighter-Tranche wird abgelöst

Das auch unter dem Projektnamen Quadriga bekannte Beschaffungsvorhaben der vierten Tranche wird nach und nach die Eurofighter des ersten Bauloses, die zwischen 2003 und 2008 beschafft worden waren, ersetzen. Da die erste Tranche ausschließlich für den Luftkampf eingesetzt werden kann und Ersatzteile vielfach schon überaltert sind, soll diese erste Serie ausgetauscht werden.

Zudem werden wichtige Ersatz- und Austauschteile der Tranche eins schon gar nicht mehr hergestellt. Dies hätte mittelfristig zur Folge gehabt, die Jets umfassend und kostspielig überholen zu lassen. Durch die neuen 38 Maschinen wird die Eurofighter-Flotte zukünftig über ein einheitliches und flexibleres Fähigkeitsspektrum verfügen.

Mit moderner Radartechnik ausgestattet

Die neuen Eurofighter sind mit einem modernen E-Scan-Radar ausgestattet. Damit können die Pilotinnen und Piloten Luft-Luft- und Luft-Boden-Ziele besser entdecken und verfolgen. Dies ist auch für mehrere Ziele gleichzeitig und unabhängig voneinander möglich. Darüber hinaus besitzt das Radar eine höhere Störfestigkeit. Für die Eurofighter der Tranchen zwei und drei hatte der Haushaltsausschuss im Juni 2020 die Beschaffung und System-Integration desselben Radarsystems genehmigt.

Test- und Entwicklungszentrum Eurofighter im Aufbau

Mit den neu zu beschaffenden Maschinen sollen auch jene zwei Eurofighter ersetzt werden, die im vergangenen Jahr bei einem Flugunfall zerstört worden waren. Darüber hinaus sind drei der 38 Maschinen für Erprobungszwecke vorgesehen. Diese werden dem zukünftigen nationalen Test- und Entwicklungszentrum Eurofighter zugewiesen. Das Zentrum soll die künftige Systembetreuung und Weiterentwicklung unter anderem des modernen E-Scan-Radars wesentlich unterstützen.

Verlässliches Waffensystem

Der Eurofighter ist die tragende Säule der deutschen Kampfflugzeug-Geschwader. Die zweistrahligen Jets stellen somit wesentliche Fähigkeiten der Bundeswehr dar, den deutschen Luftraum zu sichern sowie Gegner am Boden sowie in der Luft zu bekämpfen. Das moderne Waffensystem ist sowohl für den Einsatz in der Luftverteidigung als auch für den Luftangriff geeignet. Die Maschinen waren ursprünglich als Luftüberlegenheitsjäger konzipiert und zur Wahrnehmung weiterer Rollen befähigt worden. Durch ihre vielseitigen Vernetzungsmöglichkeiten können die Kampfflugzeuge im engen Verbund mit anderen Luftstreitkräften sowie Land- und Seestreitkräften eingesetzt werden.

Bundeswehr-Beitrag für die NATO

Mit der Beschaffung der vierten Tranche Eurofighter ist Deutschland auch zukünftig in der Lage, seine Beiträge zu den NATO-Planungszielen in den Fähigkeiten Advanced Air Combat Capability und Joint Precision Strike Capability sicherstellen zu können. Durch das Beschaffungsvorhaben sollen über einen möglichst langen Zeitraum 140 Eurofighter zuverlässig ihre Aufgaben erfüllen können.

25-Millionen-Euro-Vorlage

Das am 5. November 2020 vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beschlossene Vorhaben mit einem Volumen von insgesamt etwa 5,5 Milliarden Euro wurde als 25-Millionen-Euro-Vorlage vorgelegt. Unter diesen Begriff fallen alle Beschaffungs- und Entwicklungsprojekte der Bundeswehr ab einem Investitionsvolumen von 25 Millionen Euro. Diese bedürfen vor Vertragsschluss der gesonderten Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages.

Quelle: Spiegel / BMVg

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