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EU-Bildungsbericht: IT-Ausstattung an deutschen Schulen mangelhaft

Die digitale Ausstattung der deutschen Schulen bleibt hinter dem EU-Durchschnitt zurück. Dies ist besonders in der Primarstufe der Fall, wo 2017/2018 nur 9 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine gut digital ausgestattete und vernetzte Schule besuchten. Drei Viertel der deutschen Schülerinnen und Schüler haben Zugang zu digitalen Lernressourcen (64 Prozent offline und 73 Prozent online), aber 9 Prozent haben keinen Zugang zum Schulinternet.

Die meisten Lehrer (90 Prozent) verwenden Notebooks im Unterricht, zwei Drittel ihrer privaten Geräte. Nur ein Drittel der Schulen war auf den Lockdown digital gut vorbereitet. 35 Prozent der Lehrer konnten sehr regelmäßigen Kontakt mit allen ihren Schülerinnen und Schülern halten, etwa 10 Prozent hatten sehr wenig oder keinen Kontakt. 43 Prozent der Eltern gaben an, für häuslichen Unterricht während der Lockdownphase nicht genug Zeit zu haben.

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt des Monitors für die allgemeine und berufliche Bildung auf Lehren und Lernen im digitalen Zeitalter. Die Coronavirus-Krise hat gezeigt, wie wichtig digitale Lehr- und Lernlösungen sind, und bestehende Mängel aufgezeigt.

Die Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, Mariya Gabriel, erklärte: „Ich freue mich, dass die digitale Bildung das Hauptthema des diesjährigen Monitors für die allgemeine und berufliche Bildung ist, dem richtungsweisenden Bericht der Kommission über die Bildungssituation in Europa. Wir glauben, dass tiefgreifende Veränderungen im Bereich der digitalen Bildung nötig sind, und wir sind entschlossen, die digitale Kompetenz in Europa zu erhöhen. Erst kürzlich hat die Kommission ein Paket von Initiativen vorgeschlagen, darunter den neuen Aktionsplan für digitale Bildung 2021-2027. Damit soll die allgemeine und berufliche Bildung stärker zur Erholung der EU von der Coronavirus-Krise beitragen und den Aufbau eines grünen und digitalen Europas unterstützen.

Obwohl die Mitgliedstaaten in den letzten Jahren bereits in die digitale Infrastruktur für die allgemeine und berufliche Bildung investiert haben, bestehen sowohl zwischen den als auch innerhalb der Länder nach wie vor große Unterschiede. Umfrageergebnisse weisen darauf hin, dass viele Lernende nicht über ausreichende digitale Kompetenzen verfügen. Mehr als 15 Prozent der Schülerinnen und Schüler in allen befragten Ländern weisen unzureichende digitale Kompetenzen auf. Des Weiteren geht aus OECD-Daten hervor, dass Lehrkräfte der Sekundarstufe I in den EU-Ländern nur selten in der Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Unterricht geschult werden und dass Lehrerinnen und Lehrer einen starken Bedarf an beruflicher Weiterbildung im Bereich der Anwendung von IKT-Kompetenzen im Unterricht haben.

In ihrer jährlichen Bewertung zur den großen Herausforderungen im Bildungsbereich innerhalb der Bildungssysteme in der Europäischen Union hebt die Kommission die Fortschritte bei der Senkung der Schulabbrecherquote und bei der Erhöhung der Teilnahme an allen Bildungsstufen – von der frühkindlichen Erziehung bis zur Hochschulbildung – hervor. Der Monitor weist jedoch darauf hin, dass es nach wie vor schwierig ist, allen jungen Menschen grundlegende Kompetenzen zu vermitteln.

Rund ein Fünftel der 15-Jährigen verfügt nicht über ausreichende Kompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, um vollständig am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Da die Leistung der Schülerinnen und Schüler in der allgemeinen und beruflichen Bildung stark von ihrem sozioökonomischen Hintergrund abhängt, ist es von entscheidender Bedeutung, etwaige Benachteiligungen in der allgemeinen und beruflichen Bildung zu reduzieren und die digitale Kluft zwischen den Schülerinnen und Schülern zu verringern.

Die Mitgliedstaaten erkennen an, dass angemessene Investitionen in die Bildung zum Wirtschaftswachstum und zur sozialen Inklusion beitragen und haben den jüngsten Angaben des Monitors zufolge die öffentlichen Ausgaben für Bildung auf einem Niveau von ca. 10 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben beibehalten.

Hintergrund

Im Monitor für die allgemeine und berufliche Bildung werden die wichtigsten Herausforderungen für die europäischen Bildungssysteme analysiert und die politischen Maßnahmen erläutert, mit denen die Bildung besser auf die Erfordernisse der Gesellschaft und des Arbeitsmarktes zugeschnitten werden kann. Der Bericht enthält einen Ländervergleich und 27 ausführliche Länderberichte.

Bildung steht nach wie vor weit oben auf der politischen Agenda der EU. Am 30. September hat Kommission zwei Initiativen angenommen, die den Beitrag der allgemeinen und beruflichen Bildung zur Erholung der EU nach der Coronavirus-Krise erhöhen werden. Zum einen hat die Kommission eine Vision für den europäischen Bildungsraum entworfen, der bis 2025 umgesetzt werden soll. Vorgesehen sind neue Initiativen, umfassendere Investitionen und eine verstärkte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten, damit Europäerinnen und Europäer aller Altersgruppen das reiche Bildungs- und Berufsbildungsangebot in der EU ausschöpfen können. Zum anderen hat die Kommission einen neuen Aktionsplan für digitale Bildung angenommen. Darin zieht sie Lehren aus der Coronavirus-Krise und skizziert einen Plan für ein leistungsfähiges digitales Bildungsökosystem mit ausgeprägten Kompetenzen für den digitalen Wandel.

Quelle: EU Kommission

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